Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Ein Balkonkraftwerk kann sich lohnen, wenn Ihr Balkon täglich mehrere Stunden ausreichend Sonnenlicht erhält, Ihr Haushalt tagsüber Strom verbraucht und die örtlichen Vorschriften eine sichere Installation erlauben. Es kann einen Teil Ihrer Stromkosten senken, ohne den Platzbedarf oder die baulichen Maßnahmen einer vollständigen Dachsolaranlage zu erfordern.
Allerdings kann der Nutzen begrenzt sein, wenn der Balkon stark verschattet ist oder der Stromverbrauch überwiegend in den Abend- und Nachtstunden anfällt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein Balkonkraftwerk funktioniert, wie Sie die möglichen Einsparungen abschätzen können und worauf Sie vor dem Kauf achten sollten.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Für Mieter und Bewohner von Wohnungen ohne Zugang zum Dach ist ein Balkonkraftwerk oft eine der wenigen praktischen Möglichkeiten, selbst Strom zu erzeugen. Ob es sich lohnt, hängt weniger von der beworbenen Modulleistung ab als davon, wie viel des erzeugten Stroms im Haushalt direkt genutzt werden kann.
Ein Balkonkraftwerk kann eine gute Wahl sein, wenn Sie:
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über einen unverschatteten Balkon mit Süd-, Ost- oder Westausrichtung verfügen
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regelmäßig tagsüber elektrische Geräte nutzen
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die Solarmodule sicher und entsprechend der geltenden Vorschriften installieren können
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voraussichtlich lange genug in der Wohnung bleiben, um die Anschaffungskosten wieder hereinzuholen
Weniger sinnvoll ist ein Balkonkraftwerk, wenn der Balkon den größten Teil des Tages im Schatten liegt, für die Installation teure Sonderhalterungen erforderlich sind oder überschüssiger Strom gar nicht oder nur gering vergütet wird. Ob sich die Anschaffung lohnt, sollte daher vor allem anhand des zu erwartenden Stromertrags und des Eigenverbrauchs beurteilt werden und nicht allein anhand der Modulleistung.
Wie viel kann ein Balkonkraftwerk sparen?
Wie hoch die Einsparungen ausfallen, hängt von der jährlichen Stromerzeugung, dem Anteil des Stroms, der direkt im Haushalt verbraucht wird, sowie vom lokalen Strompreis ab. Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, kann je nach den geltenden Vergütungsregelungen finanziell weniger wert sein als Strom, der sofort selbst genutzt wird.
Eine einfache Berechnungsformel lautet:
Jährliche Ersparnis = jährliche Solarstromerzeugung × Eigenverbrauchsquote × Strompreis
Ein Balkonkraftwerk erzeugt beispielsweise 500 kWh Strom pro Jahr, der Haushalt nutzt 80% davon direkt selbst und der Netzstrompreis beträgt 0,30€ pro kWh. Dann ergibt sich folgende geschätzte jährliche Ersparnis:
500 × 0,80 × 0,30€ = 120€ pro Jahr
Dieses Beispiel dient lediglich zur Veranschaulichung. Die tatsächliche Stromerzeugung hängt unter anderem von der Ausrichtung des Balkons, der Verschattung, dem Neigungswinkel der Solarmodule, den Wetterbedingungen, dem Wirkungsgrad der Anlage und dem Standort ab. Ein realistisches Bild der Amortisationszeit ergibt sich, wenn Sie die geschätzten jährlichen Einsparungen den gesamten Kosten für Anschaffung und Installation gegenüberstellen.
So funktioniert ein Balkonkraftwerk
Die Solarpanels wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um. Ein Mikrowechselrichter wandelt diesen anschließend in Wechselstrom um, der von den elektrischen Geräten im Haushalt genutzt werden kann.
Der erzeugte Solarstrom wird zunächst direkt im Haushalt genutzt und deckt den aktuellen Strombedarf. Reicht die erzeugte Strommenge nicht aus, wird die fehlende Energie automatisch aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen. Wird mehr Strom erzeugt, als im Moment benötigt wird, kann der Überschuss je nach System und den geltenden Vorschriften ins öffentliche Stromnetz eingespeist, in einem kompatiblen Batteriespeicher gespeichert oder durch eine Einspeisebegrenzung reduziert werden.

Vorteile eines Balkonkraftwerks
Ein Balkonkraftwerk bietet eine praktische Möglichkeit, selbst Strom zu erzeugen, ohne den Kosten-, Platz- oder Bauaufwand einer Dachsolaranlage. Seine Vorteile zeigen sich besonders bei Wohnungsbewohnern mit einem sonnigen Balkon, die tagsüber Strom verbrauchen und eine kompakte Anlage wünschen, die sich vergleichsweise einfach installieren und bei Bedarf wieder entfernen lässt.
Senkt die Stromkosten
Ein Balkonkraftwerk kann den Strombezug aus dem öffentlichen Netz während der Tagesstunden reduzieren. Die größten Einsparungen lassen sich in der Regel erzielen, wenn der erzeugte Strom direkt im Haushalt verbraucht und nicht ins Netz eingespeist wird.
Typische Stromverbraucher während des Tages sind unter anderem:
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Kühlschränke und Gefriergeräte
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WLAN-Router und Geräte im Homeoffice
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Geräte im Standby-Betrieb
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Waschmaschinen oder Geschirrspüler, die bei Sonnenschein genutzt werden
Ein Balkonkraftwerk versorgt in der Regel nicht die gesamte Wohnung mit Strom, kann jedoch einen Teil der konstanten Grundlast im Haushalt abdecken. Haushalte, die den Betrieb ihrer Elektrogeräte gezielt auf die Mittags- und Nachmittagsstunden verlegen, können häufig einen größeren Anteil des selbst erzeugten Solarstroms direkt nutzen.
Einfache Installation
Balkonkraftwerke benötigen in der Regel weniger Komponenten und deutlich weniger baulichen Aufwand als Dachsolaranlagen. Eine typische Anlage besteht aus einem oder mehreren Solarpanels, Montagesystemen, einem Mikrowechselrichter, den erforderlichen Kabeln sowie einem zugelassenen elektrischen Anschluss.
Eine einfachere Installation bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Balkonkraftwerk ohne fachliche Unterstützung montiert werden kann. Die Solarpanels müssen windsicher befestigt werden, alle elektrischen Komponenten für den Außenbereich benötigen einen geeigneten Witterungsschutz, und die Art des elektrischen Anschlusses muss den geltenden Vorschriften entsprechen. Manche Systeme verwenden abnehmbare Halterungen, während andere eine elektrische oder bauliche Prüfung erforderlich machen können.
Gut für Mieter geeignet
Ein Balkonkraftwerk kann eine sinnvolle Lösung für Mieter sein, die keine Möglichkeit haben, dauerhaft Solarpanels auf dem Dach zu installieren. Viele Systeme nutzen abnehmbare Halterungen, sodass sich Solarpanels und Mikrowechselrichter wieder entfernen lassen, ohne größere bauliche Veränderungen vorzunehmen.
Dadurch kann das Balkonkraftwerk bei einem Umzug häufig mitgenommen und am neuen Wohnort erneut installiert werden. Dennoch sollten Mieter vor der Installation den Mietvertrag, die Hausordnung sowie mögliche Vorgaben des Vermieters prüfen. Werden Solarpanels am Balkongeländer befestigt oder sind sie von außen sichtbar, kann trotz der abnehmbaren Konstruktion eine Genehmigung erforderlich sein.
Nutzt den verfügbaren Balkonplatz
Mit einem Balkonkraftwerk lässt sich ein ansonsten ungenutztes Balkongeländer, eine Hauswand oder eine freie Balkonfläche zur Stromerzeugung nutzen. Das ist besonders vorteilhaft in Wohnungen ohne Zugang zum Dach und mit begrenztem Platzangebot.
Wie groß der Nutzen tatsächlich ist, hängt maßgeblich von der Position der Solarpanels ab. Ein unverschatteter Südbalkon liefert in der Regel höhere Erträge als ein Balkon, der durch Nachbargebäude, Bäume oder den darüberliegenden Balkon beschattet wird. Eine geneigte Montage kann die Sonneneinstrahlung verbessern, benötigt jedoch mehr Platz und eine stabilere Befestigung zum Schutz vor Wind. Auf kleinen Balkonen können kompakte Solarpanels oder eine vertikale Montage dabei helfen, möglichst viel nutzbare Fläche zu erhalten und dennoch Strom zu erzeugen.
Nachteile eines Balkonkraftwerks
Ein Balkonkraftwerk ist zwar einfacher zugänglich als eine klassische Dachsolaranlage, bringt aufgrund seiner kleineren Größe jedoch auch klare Einschränkungen mit sich. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, ob Ihr Balkon ausreichend Strom erzeugen kann, die gewählte Montage zulässig ist und die zu erwartenden Einsparungen die Anschaffungskosten rechtfertigen.
Begrenzte Leistung
Da Balkonkraftwerke in der Regel nur aus einem oder zwei Solarpanels bestehen, decken sie meist nur einen Teil des Strombedarfs am Tag und sind nicht dafür gedacht, eine komplette Wohnung mit Strom zu versorgen.
Sie können den Strombedarf von Geräten mit gleichmäßigem Verbrauch unterstützen, beispielsweise von Kühlschränken, WLAN-Routern, Laptops, Monitoren oder Geräten im Standby-Betrieb. Stromintensive Geräte wie Elektroheizungen, Backöfen, Wäschetrockner oder Klimaanlagen benötigen dagegen in der Regel mehr Leistung, als ein kleines Balkonkraftwerk dauerhaft bereitstellen kann.
Übersteigt der Stromverbrauch im Haushalt die aktuelle Solarstromerzeugung, wird die fehlende Energie automatisch aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen.
Benötigt gute Sonneneinstrahlung
Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk erzeugt, hängt entscheidend von der Ausrichtung des Balkons, der Verschattung, dem Neigungswinkel der Solarpanels und der Jahreszeit ab. Ein Südbalkon mit mehreren Stunden direkter Sonneneinstrahlung kann einen nennenswerten Stromertrag liefern, während ein Nordbalkon oder ein Balkon, der von hohen Gebäuden umgeben ist, deutlich weniger Strom erzeugt.
Vertikal am Balkongeländer montierte Solarpanels fangen oft weniger Sonnenlicht ein als schräg installierte Panels auf dem Dach, besonders bei hoch stehender Sommersonnen. Auch Schatten von Bäumen, Nachbarbalkonen, Hauswänden oder dem Balkongeländer kann den Stromertrag deutlich verringern, selbst wenn nur ein Teil des Panels im Schatten liegt. Beobachten Sie deshalb vor dem Kauf, wie sich die Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf verändert, statt die Bedingungen nach einer einzigen sonnigen Stunde zu beurteilen.
Vorschriften können die Nutzung einschränken
Auch wenn ein steckerfertiges Balkonkraftwerk auf den ersten Blick unkompliziert erscheint, unterscheiden sich die Anforderungen an die Installation je nach Land, Region, Gebäude, Netzbetreiber und Stromversorger. Mieter benötigen unter Umständen die Zustimmung des Vermieters, und in Mehrfamilienhäusern können sichtbare Solarpanels oder an Gemeinschaftsbauteilen befestigte Anlagen eingeschränkt oder untersagt sein.
Zu den häufigsten Anforderungen gehören:
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Begrenzungen der Wechselrichter- oder Anlagenleistung
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Anmeldung beim Netzbetreiber oder bei der zuständigen Behörde
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Verwendung zugelassener Stecker, Steckdosen, Kabel und Mikrowechselrichter
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Eine sichere Befestigung, die den geltenden Anforderungen an die Windlast entspricht
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Eine Genehmigung für die Montage an Balkongeländern, Hauswänden oder Fassaden
Diese Vorgaben sind wichtig, da nicht ausreichend befestigte Solarpanels ein Sicherheitsrisiko für Personen unterhalb des Balkons darstellen können. Darüber hinaus können auch Vorgaben zum Erscheinungsbild des Gebäudes eine Installation verhindern, selbst wenn die elektrische Ausführung grundsätzlich zulässig wäre.
Die Amortisation kann länger dauern
Wie schnell sich ein Balkonkraftwerk amortisiert, hängt von den Anschaffungskosten der Anlage, den Installationskosten, der jährlichen Stromerzeugung, dem Strompreis und dem Eigenverbrauchsanteil ab. Eine preisgünstige Anlage auf einem sonnigen Balkon kann sich deutlich schneller rechnen als ein teureres System, das nur teilweise Sonnenlicht erhält.
Die grundlegende Berechnung lautet:
Amortisationszeit = Gesamtkosten der Anlage ÷ geschätzte jährliche Ersparnis
Ein Batteriespeicher kann zwar dazu beitragen, einen größeren Anteil des erzeugten Solarstroms zu einem späteren Zeitpunkt selbst zu nutzen. Die zusätzlichen Anschaffungskosten können die Amortisationszeit jedoch auch verlängern. Bevor Sie sich für einen Batteriespeicher entscheiden, sollten Sie daher die Kosten des Speichers mit dem finanziellen Nutzen vergleichen, den der zusätzlich selbst genutzte Solarstrom voraussichtlich bringt.

Worauf Sie vor dem Kauf eines Balkonkraftwerks achten sollten
Bevor Sie sich für ein Balkonkraftwerk entscheiden, sollten Sie die Gegebenheiten Ihres Balkons, den Strombedarf Ihres Haushalts am Tag sowie die Anforderungen an die Installation prüfen. Eine größere Anlage lohnt sich nicht automatisch, wenn die Solarpanels häufig im Schatten liegen oder ein Großteil des erzeugten Stroms zu Zeiten anfällt, in denen er nicht direkt genutzt wird.
Sonneneinstrahlung und Balkonausrichtung
Beobachten Sie Ihren Balkon morgens, zur Mittagszeit und am Nachmittag. Achten Sie darauf, wann Gebäude, Bäume, Balkongeländer oder darüberliegende Balkone Schatten auf den vorgesehenen Montagebereich der Solarpanels werfen.
Auf der Nordhalbkugel erzielen Südbalkone in der Regel den höchsten Stromertrag. Eine Ostausrichtung kann sinnvoll sein, wenn der Stromverbrauch hauptsächlich am Morgen anfällt, während eine Westausrichtung besser zu einem höheren Verbrauch am Nachmittag passt. Berücksichtigen Sie außerdem die jahreszeitlichen Unterschiede, da die Sonne im Winter tiefer steht und Verschattungen dadurch stärker ins Gewicht fallen.
Platzangebot und Montagemöglichkeiten
Messen Sie die nutzbare Fläche am Balkongeländer, an der Hauswand oder auf dem Balkonboden und vergleichen Sie diese mit den tatsächlichen Abmessungen der Solarpanels. Planen Sie ausreichend Platz für Türen, Laufwege, die Entwässerung und Fluchtwege ein.
Das Montagesystem sollte zur Bauweise des Balkons passen und für die zu erwartenden Windlasten ausgelegt sein. Die Solarpanels dürfen weder in unsichere Bereiche hineinragen noch eine Gefahr durch herabfallende Gegenstände für Personen unterhalb des Balkons darstellen.
Örtliche Vorschriften und erforderliche Genehmigungen
Informieren Sie sich, ob das Balkonkraftwerk bei Ihrem Stromversorger, Netzbetreiber, der zuständigen Behörde oder einer anderen Stelle angemeldet werden muss. Prüfen Sie außerdem, ob Vorgaben zur maximalen Wechselrichterleistung oder Anforderungen an Stecker, Steckdosen, Stromzähler oder Schutzeinrichtungen bestehen.
Mieter sollten ihren Mietvertrag sorgfältig prüfen und gegebenenfalls die Zustimmung des Vermieters einholen. Wohnungseigentümer benötigen unter Umständen zusätzlich die Genehmigung der Wohnungseigentümergemeinschaft oder der Hausverwaltung, insbesondere wenn die Solarpanels das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes verändern.
Anlagengröße und Sicherheit
Wählen Sie ein Balkonkraftwerk, dessen Größe zum verfügbaren Platz und zum typischen Stromverbrauch Ihres Haushalts während des Tages passt. Eine überdimensionierte Anlage erzeugt zwar möglicherweise mehr Strom, führt jedoch nicht zwangsläufig zu höheren Einsparungen, wenn ein großer Teil davon nicht direkt genutzt werden kann.
Achten Sie darauf, dass Solarpanels, Mikrowechselrichter, Halterungen, Kabel, Steckverbindungen und alle weiteren elektrischen Komponenten über die erforderlichen Zertifizierungen verfügen und für den Einsatz im Außenbereich geeignet sind. Eine sichere Befestigung und ein fachgerechter elektrischer Anschluss sollten immer wichtiger sein als eine möglichst hohe Modulleistung.
FAQ
Funktionieren Balkonkraftwerke auch bei bewölktem Himmel?
Ja. Solarpanels eines Balkonkraftwerks erzeugen auch bei bewölktem Himmel Strom, da sie diffuses Tageslicht nutzen können. Die Stromerzeugung fällt jedoch geringer aus als bei direkter Sonneneinstrahlung. Wie viel Strom tatsächlich produziert wird, hängt unter anderem von der Stärke der Bewölkung, der Jahreszeit, der Ausrichtung der Solarmodule und möglichen Verschattungen in der Umgebung ab.
Benötigt ein Balkonkraftwerk viel Wartung?
Die meisten Balkonkraftwerke sind relativ wartungsarm. Dennoch sollten Sie die Solarpanels, Halterungen, Kabel und den Mikrowechselrichter regelmäßig auf Verschmutzungen, Beschädigungen, Korrosion oder lockere Verbindungen überprüfen. Reinigen Sie die Solarpanels, wenn Staub, Laub, Schnee oder Vogelkot die Oberfläche sichtbar bedecken und die Stromerzeugung beeinträchtigen können.
Verursacht ein Balkonkraftwerk Geräusche?
Solarpanels arbeiten geräuschlos. Auch Mikrowechselrichter sind im normalen Betrieb praktisch lautlos, wobei aus nächster Nähe gelegentlich ein leichtes Summen wahrnehmbar sein kann. Treten dauerhaft Summ-, Klick- oder andere ungewöhnliche Geräusche auf, sollte die Anlage überprüft werden, da dies auf ein Problem mit den Komponenten oder der Installation hinweisen kann.
Sind Balkonkraftwerke wasserdicht?
Solarpanels und für den Außenbereich zugelassene Mikrowechselrichter sind in der Regel so konstruiert, dass sie Regen und normalen Witterungseinflüssen standhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Komponenten der Anlage unter Wasser betrieben oder dauerhaft ungeschützt der Witterung ausgesetzt werden können.
Prüfen Sie daher die IP-Schutzart und die Installationshinweise für Mikrowechselrichter, Stecker, Steckdosen, Kabel und Steckverbindungen. Auch wenn die Solarpanels für den Außeneinsatz geeignet sind, können die elektrischen Anschlussstellen zusätzlichen Witterungsschutz benötigen.
Kann ich ein Balkonkraftwerk bei einem Umzug mitnehmen?
Viele Balkonkraftwerke lassen sich demontieren und an einem neuen Wohnort wieder installieren, insbesondere wenn sie mit nicht dauerhaft befestigten Montagesystemen ausgestattet sind. Vor der erneuten Installation sollten Sie jedoch prüfen, ob der neue Balkon ausreichend Sonneneinstrahlung erhält, die notwendige Tragfähigkeit bietet, über einen geeigneten elektrischen Anschluss verfügt und die Montage nach den geltenden Vorschriften beziehungsweise mit den erforderlichen Genehmigungen zulässig ist.
Fazit
Ein Balkonkraftwerk lohnt sich vor allem dann, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: Die Solarpanels erhalten ausreichend Sonneneinstrahlung, im Haushalt wird tagsüber Strom verbraucht und die Anlage kann sicher sowie ohne unverhältnismäßig hohe Zusatzkosten installiert werden.
Ein Balkonkraftwerk kann einen Teil des Strombedarfs mit selbst erzeugtem Solarstrom decken, ersetzt die Stromversorgung einer Wohnung jedoch in der Regel nicht vollständig. Schätzen Sie deshalb vor dem Kauf den zu erwartenden Stromertrag, Ihren Eigenverbrauch und die voraussichtliche Amortisationszeit ab. Erhält der Balkon ausreichend Sonne und wird tagsüber regelmäßig Strom verbraucht, kann ein passend dimensioniertes Balkonkraftwerk langfristig die Stromkosten senken. Liegt der Balkon dagegen überwiegend im Schatten oder fällt der Stromverbrauch hauptsächlich in die Abend- und Nachtstunden, kann sich die Anschaffung wirtschaftlich weniger lohnen.