Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was sollten Sie bei einem Stromausfall zuerst tun?
- Wie bleiben Sie zuhause sicher ohne Strom?
- Welche Vorräte sollte ein deutscher Haushalt bereithalten?
- Wie bereiten Sie sich vor dem nächsten Stromausfall vor?
- Häufige Fehler bei einem Stromausfall – und wie Sie sie vermeiden
- Fragen und Antworten
- Fazit
Einleitung
Wenn der Strom ausfällt, zählen die ersten Minuten entscheidend. In Deutschland bedeutet ein kurzer Ausfall meist nur eine kleine Unterbrechung der Routine. Aber eine längere Unterbrechung kann das Heizung, Kochen, Kommunikation, Lebensmittelaufbewahrung und medizinische Versorgung beeinträchtigen.
In diesem Leitfaden wird erläutert, wie sich deutsche Haushalte bei einem Stromausfall verhalten sollten, wie man zu Hause für Sicherheit sorgt, welche Grundvorräte man anlegen sollte und welche Fehler man vermeiden sollte, bevor es zum nächsten Stromausfall passiert.

Was sollten Sie bei einem Stromausfall zuerst tun?
Konzentrieren Sie sich in den ersten Momenten auf die praktischen Schritte. Prüfen Sie, ob nur Ihre Wohnung betroffen ist, schützen Sie empfindliche Geräte, sorgen Sie für sichere Beleuchtung und holen Sie sich dann verlässliche Informationen aus Ihrer Nähe.
Überprüfen, ob es lokal ist
Schauen Sie zuerst, ob nur Ihre Wohnung oder Ihr Haus keinen Strom hat. Werfen Sie einen Blick auf die Nachbargebäude, die Straßenbeleuchtung oder fragen Sie – wenn möglich – einen Nachbarn. Betrifft es nur Ihr Zuhause, kontrollieren Sie die Sicherungen oder den FI-Schutzschalter. Ist die Umgebung ebenfalls dunkel, handelt es sich wahrscheinlich um einen Ausfall im Ortsnetz, und Sie sollten auf Meldungen des Netzbetreibers oder der örtlichen Behörden warten.
Empfindliche Geräte ausschalten
Schalten Sie empfindliche Geräte wie Computer, Fernseher, Spielkonsolen, Router und Küchengeräte aus oder ziehen Sie den Stecker. Das schützt sie vor möglichen Überspannungen, wenn der Strom wiederkommt. Lassen Sie eine Lampe eingeschaltet, damit Sie sofort merken, wenn die Versorgung zurückkehrt.
Sicher beleuchten Drinnen Benutzen
Verwenden Sie die Taschenlampen, Batterielampen oder wiederaufladbare Leuchten nach der Möglichkeit statt Kerzen. Kerzen bedeuten Brandgefahr, besonders in Haushalten mit Kindern, Haustieren oder engen Räumen. Falls Sie doch Kerzen anzünden, stellen Sie sie auf einen festen Untergrund und lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt.
Verfolgen die offiziellen lokalen Meldungen
Informieren Sie sich über Ihren Netzbetreiber, die Stadtverwaltung, Warn-Apps oder ein batteriebetriebenes Radio. Verlassen Sie sich nicht allein auf soziale Medien – dort kursieren oft schnelle, aber nicht immer zutreffende Meldungen.

Wie bleiben Sie zuhause sicher ohne Strom?
Nachdem Sie den Ausfall geprüft, empfindliche Geräte abgesteckt und eine sichere Lichtquelle gefunden haben, gilt es, den Haushalt bis zur Rückkehr des Stroms sicher zu versorgen. Ohne Elektrizität werden Heizen, Kochen, Kommunikation und medizinische Hilfe schwieriger. Deshalb ist es wichtig die riskante Abkürzungen zu vermeiden.
Bleiben sicher in Wärme
Bei kaltem Wetter sollten Sie die Wärme so gut wie möglich im Haus halten. Schließen Sie Fenster und Türen, nutzen Sie Decken, tragen Sie mehrere Kleidungsschichten und halten Sie sich wenn nötig in einem Raum auf. Benutzen Sie auf keinen Fall Heizstrahler, Grills, Gasherde oder Holzkohleöfen im Innenraum – sie können Brände oder eine Kohlenmonoxidvergiftung verursachen.
Kochen ohne Risiko
Vermeiden Sie Kochmethoden, die Feuer oder Kohlenmonoxidgefahr erzeugen. Campingkocher, Holzkohle- und Gasgrills gehören nur ins Freie – und dort mit Abstand zu Fenstern, Balkonen und Türen. Wenn sicheres Kochen nicht möglich ist, greifen Sie auf Lebensmittel zurück, die sich ohne Erhitzen verzehren lassen.
Medizinische Versorgung schützen
Wenn jemand im Haushalt auf elektrisch betriebene Medizingeräte angewiesen ist, planen Sie frühzeitig. Prüfen Sie Ersatzbatterien, halten Sie die wichtige Medikamente griffbereit und wenden Sie sich an Arzt, Pflegedienst oder Notruf, wenn die Situation kritisch wird. Auch bei kühlpflichtigen Arzneimitteln sollten Sie den Kühlschrank so selten wie möglich öffnen.
Hilfe rufen mit Sicherheit
Bewahren Sie Notrufnummern gesichert auf und schreiben Sie die wichtige Kontakte auf Papier, falls Ihr Akku versagt. In Deutschland wählen Sie 112 nur bei echten Notfällen – also bei Feuer, schweren Verletzungen, akuter Gefahr oder dringendem medizinischen Risiko. Für aktuelle Informationen zu Stromausfällen informieren Sie sich stattdessen bei Ihrem Netzbetreiber, bei den lokalen offiziellen Befugnis Meldung, über Warn-Apps oder im Radio.
Welche Vorräte sollte ein deutscher Haushalt bereithalten?
Wenn Sie wissen, wie Sie sich bei einem Stromausfall verhalten, geht es als Nächstes um die Vorbereitung. Ein kleiner Notfallvorrat kann den Unterschied machen – vor allem, wenn der Ausfall länger dauert oder nachts, bei Kälte oder dann eintritt, wenn Geschäfte und Geldautomaten nicht erreichbar sind.
Lebensmittel und Trinkwasser
Lagern Sie grundlegende Lebensmittel und Trinkwasser für kurzfristige Unterbrechungen. Wählen Sie Produkte, die Ihr Haushalt ohnehin isst und die ohne Strom zubereitet werden können.
Benutzliche Voräte einschließen:
· Abgefülltes Wasser
· Konserven
· Brot, Knäckebrot und haltbare Snacks
· Fertiggerichte (kalt verzehrbar)
· Babynahrung oder spezielle Diätkost, falls benötigt
· Ein Dosenöffner (manuell)
· Tierfutter, falls Sie Haustiere haben
Wechseln Sie diese Vorräte regelmäßig aus, bevor sie ablaufen, damit Ihre Notvorräte nicht verderben.
Licht, Radio und Batterien
Beleuchtung ist eines der ersten Dinge, die bei einem Ausfall fehlen – besonders abends. Taschenlampen und Batterielampen sind sicherer als Kerzen und in Wohnungen mit Kindern oder Tieren viel praktischer.
Bereiten Sie ein einfaches Licht- und Informationsset vor mit:
· Taschenlampen
· Wiederaufladbaren Lampen
· Ersatzbatterien
· Einem batteriebetriebenen oder Kurbelradio
· Einer Stirnlampe für freie Hände
Ein Radio liefert weiterhin Nachrichten, selbst wenn Mobilfunk oder Internet instabil werden.
Powerbanks und Notstrom
Powerbanks sind nützlich für Handys, Tablets und andere Kleingeräte. Halten Sie mindestens eine voll geladene Powerbank an einem leicht zugänglichen Ort und laden Sie sie regelmäßig nach.
Bei längeren Ausfällen reicht eine kleine Powerbank oft nicht aus. Wenn Sie Router, Laptop, Lampe oder ein kleines Haushaltsgerät über mehrere Stunden betreiben brauchen, kann eine tragbare Powerstation wie von Fossibot eine praktische, innentaugliche Alternative sein. Sie verbraucht keinen Treibstoff und erzeugt keine Abgase – daher ist sie für Wohnungen besser geeignet als ein Benzingenerator. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Wattzahl Ihrer wichtigsten Geräte und stellen Sie sicher, dass die Powerstation diese sicher versorgen kann.
Bargeld, Dokumente und Kontakte
Bei längerem Ausfall können Kartenzahlung, Online-Banking und Geldautomaten ausfallen. Ein kleiner Bargeldvorrat zuhause hilft bei grundlegenden Einkäufen, falls Geschäfte geöffnet haben, aber das elektronische Bezahlen nicht funktioniert.
Bereiten Sie außerdem vor:
· Etwas Bargeld in kleinen Scheinen
· Kopien wichtiger Dokumente
· Notfallkontakte auf Papier
· Krankenversicherungsdaten
· Medikamentenliste
· Telefonnummern von Nachbarn, Verwandten, Ärzten und lokalen Diensten
Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr Handy – wenn der Akku leer ist oder das Netz ausfällt, helfen Ihnen die ausgedruckten Kontakte und Unterlagen weiter.

Wie bereiten Sie sich vor dem nächsten Stromausfall vor?
Nachdem Sie die Grundvorräte zusammengestellt haben, lohnt es sich, einen einfachen Plan für den nächsten Ausfall zu machen. Gute Vorbereitung muss nicht kompliziert sein. Ziel ist, dass alle im Haushalt wissen, was zu tun ist, wo die wichtigen Dinge liegen und wie man informiert bleibt, wenn stundenlang kein Strom zur Verfügung steht.
Einen Hausnotfallplan erstellen
Ein Hausnotfallplan sollte einfach und leicht umsetzbar sein. Legen Sie fest, wo Taschenlampen, Batterien, Dokumente, Medikamente und die Notstromversorgung aufbewahrt werden. Jedes Familienmitglied sollte wissen, wen es bei Ausfall von Telefon und Internet kontaktiert, wo es sich trifft und was zu tun ist. Denken Sie auch an Kinder, ältere Angehörige oder Haustiere und berücksichtigen Sie deren Bedürfnisse.
Auf das Wohnen in einer Mietwohnung vorbereiten
In Mehrfamilienhäusern gelten besondere Bedingungen, da gemeinschaftliche Gebäudesysteme betroffen sein können. Aufzüge, Türsprechanlagen, Heizung, Lüftung oder Wasserversorgung können bei längerem Ausfall ausfallen. Bewahren Sie wichtige Gegenstände so auf, dass Sie sie im Dunkeln erreichen können, und verzichten Sie in Innenräumen oder schlecht belüfteten Bereichen auf jegliche geräte mit offener Flamme oder Verbrennung.
Warn-Apps und Radio einrichten
Installieren Sie vor einem Ausfall Warn-Apps wie NINA oder Katwarn und aktivieren Sie die Benachrichtigungen. Da diese Apps jedoch auf Ihr Handy, dessen Akku und das Mobilfunknetz angewiesen sind, halten Sie zusätzlich ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio als Reserve bereit.
Notstrom-Optionen prüfen
Stimmen Sie Ihren Notstrom-Plan auf Ihren tatsächlichen Bedarf ab. Notieren Sie, welche Geräte Sie bei einem Ausfall nutzen möchten, prüfen Sie deren Leistungsaufnahme und schätzen Sie, wie lange sie laufen müssen. Berücksichtigen Sie auch Lademöglichkeiten, die Sicherheit im Innenraum, den Stauraum und ob sich das Gerät bei Bedarf leicht bewegen lässt.
Häufige Fehler bei einem Stromausfall – und wie Sie sie vermeiden
Auch mit guter Vorbereitung passieren immer wieder Fehler, die einen Stromausfall gefährlicher machen als nötig. Die wichtigste Regel: Vermeiden Sie Schnellschüsse, die Brand-, Vergiftungs-, Lebensmittel- oder Kommunikationsrisiken bergen.
Grills in der Wohnung benutzen
Bringen Sie niemals Holzkohle- oder Gasgrills, Campingkocher oder Heizstrahler ins Haus, in die Garage, den Keller oder auf einen schlecht belüfteten Balkon. Diese Geräte setzen Kohlenmonoxid frei – geruchlos und schnell lebensgefährlich. Außerdem steigt die Brandgefahr in geschlossenen Räumen enorm.
Handyakku zu schnell leer machen
Bei einem Stromausfall ist Ihr Handy oft das wichtigste Werkzeug für Anrufe, Nachrichten und Informationen. Vermeiden Sie Videos, Spiele und ständiges Scrollen. Dimmen Sie das Display, schalten Sie den Energiesparmodus ein und holen Sie Updates in Abständen, statt dauernd zu aktualisieren.
Tiefkühltruhe zu oft öffnen
Öffnen Sie Kühl- und Gefrierschrank nicht immer wieder. Jedes Öffnen lässt Kälte entweichen und verkürzt die Zeit, in der die Lebensmittel kühl bleiben. Überlegen Sie vor dem Öffnen, was Sie brauchen, holen Sie es schnell heraus und halten Sie die Tür so kurz wie möglich geschlossen.
Fragen und Antworten
Wie lange bleiben Lebensmittel bei einem Stromausfall frisch?
Ein geschlossener Kühlschrank hält die Temperatur in der Regel mehrere Stunden, ein volles Gefrierfach länger als ein halbleeres. Die genaue Dauer hängt von der Raumtemperatur, dem Gerätezustand und dem Füllgrad ab. Nach einem längeren Ausfall prüfen Sie Temperatur und Zustand der Lebensmittel sorgfältig und entsorgen Sie alles, was nicht mehr sicher erscheint.
Ist eine Balkon-Solaranlage bei einem Stromausfall nützlich?
Eine Balkon-Solaranlage kann dazu beitragen, den Stromverbrauch im Alltag zu senken, funktioniert jedoch bei einem Stromausfall möglicherweise nicht automatisch. Viele netzgekoppelte Anlagen schalten sich aus Sicherheitsgründen ab, wenn das Stromnetz ausfällt. Wenn Ihnen eine Notstromversorgung wichtig ist, prüfen Sie, ob Ihre Anlage einen Batteriespeicher oder eine Notstromversorgung unterstützt.
Wie viele Tages Vorräte soll ich zuhause Behalten?
Für die meisten Haushalte reicht es, grundlegende Lebensmittel, Trinkwasser, Licht, Batterien und wichtige Utensilien für kurze Unterbrechungen vorzuhalten. Die genaue Menge hängt von der Haushaltsgröße, medizinischen Erfordernissen, Haustieren und der Wohnsituation ab. Wählen Sie Vorräte, die Sie ohnehin verbrauchen, damit Sie sie regelmäßig austauschen können.
Kann ich eine tragbare Powerstation in der Wohnung nutzen?
Ja, aber nur innerhalb der angegebenen Leistungsgrenzen. Eine Powerstation ist für Wohnungen besser geeignet als ein Benzinaggregat, weil sie keine Abgase produziert. Sie kann Handys, Lampen, Router und Laptops versorgen, aber leistungsstarke Großgeräte sind meist nicht geeignet.
Sollte ich bei einem Stromausfall die 112 wählen?
Rufen Sie 112 nur in echten Notfällen – bei Feuer, schweren Verletzungen, akuter Gefahr oder dringendem medizinischen Risiko. Die 112 ist nicht für die Frage nach der Wiederkehr des Stroms zuständig. Informationen zum Ausfall erhalten Sie beim Netzbetreiber, der lokalen Behörde, über Warn-Apps oder das Radio.
Fazit
Ein Stromausfall ist viel leichter zu bewältigen, wenn Ihr Haushalt einen einfachen Plan hat, bevor er eintritt. Wissen Sie, wo Ihre Lampen, Batterien, Dokumente, Medikamente, Lebensmittel und die Notstromversorgung liegen, und stellen Sie sicher, dass alle wissen, was zu tun ist, wenn Heizung, Kochen oder Internet ausfallen.
Für deutsche Haushalte ist es der sicherste Ansatz, dass man frühzeitig vorzusorgen und während des Ausfalls riskante Abkürzungen zu vermeiden. Mit einem kleinen Notfallset, einem klaren Haushaltsplan und einer geeigneten Backup-Stromquelle bleiben Sie ruhiger und sicherer, bis die Elektrizität zurückkehrt.